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Was ist ein Bidet – und warum steht in deutschen Bädern keins?

Veröffentlicht: 12.09.2026 2 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

Ein Bidet ist ein Becken, mit dem man sich untenrum mit Wasser wäscht statt mit Papier abzuwischen. In Italien, Frankreich und Portugal steht eins in fast jedem Bad. In Deutschland verschwand es – aus Platzgründen, nicht aus Überzeugung. Die Funktion gibt es heute in vier Bauformen, drei davon brauchen kein eigenes Becken.

Was uns als normal verkauft wurde

Dass ein zweites Becken neben der Toilette etwas Französisches ist, etwas für große Bäder und andere Länder. Tatsächlich ist die deutsche Variante die Ausnahme: In Italien ist ein Bidet in Wohnungen seit 1975 vorgeschrieben. Wir haben es weggelassen und daraus einen Geschmacksunterschied gemacht.

Die ehrliche Erklärung

Alle Bauformen tun dasselbe: Sie richten Wasser auf eine Stelle, die man sonst trocken abreibt. Sie unterscheiden sich nur darin, wie viel Bad sie dafür brauchen.

Das klassische Bidet ist ein eigenes Keramikbecken mit eigenem Anschluss, etwa 70 auf 40 Zentimeter, meist neben der Toilette. Man setzt sich darauf. Das ist die Form, die den Namen trägt – und die, die in einem deutschen Standardbad nicht mehr unterkommt.

Das Dusch-WC ist eine Toilette mit eingebauter Düse. Eine Keramik statt zwei, dafür Technik im Inneren und ein Preis, der eher in eine Badrenovierung fällt als in einen Einkauf.

Der Bidet-Aufsatz liegt zwischen Keramik und Toilettensitz. Die Düse schwenkt bei Bedarf ein, das Wasser kommt vom Eckventil, an dem schon der Spülkasten hängt. Kein neues Rohr, keine neue Keramik.

Die mobile Po-Dusche ist eine Flasche mit Düse, die man selbst befüllt. Sie braucht gar nichts – kein Ventil, keinen Schlauch, keine feste Toilette.

Warum es hier verschwand: Deutsche Bäder wurden nach dem Krieg kleiner, und ein Bidet kostet einen Quadratmeter. Wo Platz knapp ist, fällt das Becken weg, das man für verzichtbar hält. Nicht das Wasser war das Problem, sondern das zweite Becken. Genau deshalb sind die drei Nachrüstformen entstanden.

Was man oft hört – und was stimmt

„Ein Bidet ist zum Füßewaschen.“
Es geht, und es wird gemacht. Gebaut ist es für den Intimbereich.

„Sich in ein Becken zu setzen ist unhygienisch.“
Man berührt den Rand, wie bei einem Waschbecken. Beim Aufsatz und bei der mobilen Variante berührt man gar nichts.

„Papier reicht doch.“
Papier verteilt und reibt. Wasser löst und transportiert ab. Das ist kein Geschmacksurteil, sondern der Unterschied zwischen trocken wischen und waschen.

„Ein Bidet ist Luxus.“
Das klassische Becken vielleicht. Die mobile Variante kostet 19,90 Euro.

Einordnung

Das Bidet ist keine Anschaffung für große Bäder, sondern eine Funktion, die man in Deutschland dem Platz geopfert hat. Wer sie heute will, braucht kein zweites Becken – nur eine Entscheidung zwischen Flasche und Aufsatz.

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