Im Französischen ist ein bidet ein kleines Pferd, ein Pony. Das Wort kommt vom altfranzösischen bider, traben. Als im frühen 18. Jahrhundert in Paris ein niedriges Waschbecken für den Intimbereich aufkam, saß man rittlings darauf – ein Bein links, ein Bein rechts. Die Ähnlichkeit war offensichtlich, und der Name blieb. Die erste bekannte schriftliche Erwähnung als Möbelstück stammt aus dem Jahr 1710.
Im Deutschen wird es auf der letzten Silbe betont, „bi-DEH“, und das Schluss-t bleibt stumm. Weil sich die Schreibweise nicht mit der Aussprache deckt, tippen viele Leute „Bidee“ in die Suche. Gemeint ist dasselbe.
Andere Sprachen haben das Wort übernommen und angepasst: bidè in Italien, bidé in Spanien und Portugal. Im Englischen bleibt die französische Schreibweise, gesprochen wird „bih-DAY“. In Japan heißt die Funktion meist Washlet – das ist allerdings kein Wort, sondern ein Markenname, eingeführt 1980.
Ein deutsches Wort hat sich nie durchgesetzt. „Sitzwaschbecken“ gab es, aber es klang wie ein Katalogeintrag und starb entsprechend.