Vor dem Papier. Gereinigt wurde mit dem, was da war: Wasser, wo es verfügbar war, dazu Blätter, Gras, Moos, Heu, Stofflappen, Muscheln oder Maiskolben. Aus dem antiken Rom ist ein Schwamm an einem Stab überliefert, der in Gemeinschaftslatrinen benutzt wurde.
Frühes Papier. In China wurde Papier schon vor über tausend Jahren auch zu diesem Zweck verwendet, lange bevor es in Europa verbreitet war. Das blieb aber auf wenige beschränkt.
Die Industrie. Als erstes abgepacktes Toilettenpapier gilt ein Produkt, das der Amerikaner Joseph Gayetty 1857 auf den Markt brachte. Die Rolle setzte sich im späten 19. Jahrhundert durch. In Deutschland wurde Toilettenpapier auf Rollen in den 1920er-Jahren zur Handelsware, lange Zeit noch rau – bis dahin war vielerorts zugeschnittenes Zeitungspapier üblich.
Weich und mehrlagig wurde es erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Toilettenpapier, das heute als selbstverständlich gilt, ist also jünger als die meisten Großeltern.
Und das Wasser? In weiten Teilen Asiens, im Nahen Osten, in Südeuropa und Südamerika war es nie weg: mit Kanne, Handbrause, Bidet oder eingebauter Düse. Aus globaler Sicht ist die reine Papierkultur eher die Ausnahme.