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Warum wird Pressen zur Gewohnheit?

Veröffentlicht: 29.01.2026 1 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

Pressen ersetzt einen fehlenden Reflex. Was einmal hilft, wird wiederholt – und verlernt damit den normalen Ablauf.

Was uns als normal verkauft wurde

Stuhlgang bedeutet Anstrengung. Man sitzt, wartet, drückt nach. Das gilt als normaler Teil des Vorgangs, nicht als Warnsignal.

Die ehrliche Erklärung

Der Stuhlgang funktioniert über einen klaren Reflex zwischen Darm und Beckenboden. Wenn dieser Reflex nicht stark genug ist oder ignoriert wird, übernimmt die Bauchpresse. Das entleert den Darm kurzfristig, umgeht aber das eigentliche Signal. Der Körper passt sich an: Der Reflex wird schwächer, das Pressen zur Standardlösung.

Was man oft hört – und was stimmt

„Ohne Pressen geht es nicht.“ Es geht nicht, weil der Reflex nicht mehr genutzt wird.
„Das ist halt meine Verdauung.“ Gewohnheit ist keine Eigenschaft.
„Ein bisschen Pressen schadet nicht.“ Leichter Bauchdruck ist normal. Kräftiges Pressen bei jedem Gang wird zur Belastung.
„Das gehört dazu.“ Es gehört zur Fehlfunktion, nicht zur Funktion.

Einordnung

Etwas Bauchdruck gehört zum normalen Stuhlgang. Kräftiges Dauerpressen nicht: Es ist eine erlernte Kompensation, die sich selbst verstärkt.

Wer ohne starkes Pressen gar nicht mehr entleeren kann oder dabei Schmerzen oder Blut bemerkt, lässt das ärztlich abklären.

 

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