Normalerweise wandern Kohlenhydrate weitgehend unzersetzt durch den Dünndarm und werden erst im Dickdarm vergoren. Dort ist Gasbildung eingeplant. Sitzen die Bakterien schon weiter oben, beginnt die Vergärung, sobald das Essen ankommt – also kurz nach dem Essen statt erst Stunden später im Dickdarm.
Deshalb das Tagesmuster: Nach der Nachtruhe ist der Darm weitgehend leer, der Bauch flach. Mit jeder Mahlzeit kommt Substrat dazu, mit jeder Mahlzeit entsteht Gas. Weil der Dünndarm eng ist und wenig Dehnungsreserve hat, macht sich dort schon eine kleine Gasmenge als Druck bemerkbar – ein Grund, warum sich das oft unangenehmer anfühlt, als die Menge vermuten lässt.
Auffällig ist meist auch, welche Lebensmittel es auslösen: Brot und Nudeln, Zwiebeln und Knoblauch, Hülsenfrüchte, Äpfel, Milchprodukte, zuckerfreie Kaugummis. Was diese Gruppe verbindet, sind bestimmte kurzkettige Kohlenhydrate – gut vergärbares Futter. Fleisch, Fisch, Reis und Kartoffeln fallen meist weniger auf.
Das Muster ist ein Hinweis, kein Beweis. Reizdarm ist sogar die häufigere Ursache, auch Verstopfung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Zöliakie erzeugen ähnliche Verläufe. Genau deshalb ist die Abklärung ärztlich und nicht per Selbsttest zu machen. Kommen Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder Fieber dazu, nicht abwarten.