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Geburtsverletzungen pflegen – was die Haut jetzt braucht

Veröffentlicht: 24.09.2026 1 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

Dammriss, Dammschnitt oder kleine Schürfungen heilen am besten sauber, trocken und in Ruhe. Klares, lauwarmes Wasser nach jedem Toilettengang, abtupfen statt reiben, Luft dranlassen. Seife, Duft und Druck lässt man weg.

Was uns als normal verkauft wurde

Dass Pflege Produkte braucht: Waschlotion, Spray, Salbe, am besten alles mit „intim“ auf der Flasche. Eine frische Wunde braucht vor allem eines: dass man sie nicht stört.

Die ehrliche Erklärung

Welche Verletzungen es gibt. Kleine Schürfungen, Risse an Schamlippen oder Scheide, Dammrisse unterschiedlichen Grades und Dammschnitte. Genäht wird meist mit Fäden, die sich von selbst auflösen.

Das eigentliche Problem ist die Toilette. Urin brennt auf der Wunde, Papier reibt, und vor dem ersten Stuhlgang haben viele Angst. Genau hier lässt sich am meisten erleichtern.

Beim Wasserlassen lauwarmes Wasser über den Intimbereich laufen lassen. Das verdünnt den Urin und nimmt das Brennen. Danach mit klarem Wasser nachspülen und mit einem weichen Tuch abtupfen.

Beim Stuhlgang nicht pressen. Viel trinken hält den Stuhl weich. Manche Hebammen raten, beim ersten Mal eine saubere Binde sanft gegen die Naht zu halten – das gibt Halt und nimmt die Angst.

Dazwischen Binden oft wechseln, zwischendurch Luft an die Wunde lassen, in den ersten Tagen kühlen – mit einem Kühlpad in einem Tuch, nie direkt auf der Haut.

Wann man sich meldet: bei Schmerzen, die stärker statt schwächer werden, bei Schwellung, Eiter, üblem Geruch, Fieber oder wenn die Naht aufzugehen scheint.

Was man oft hört – und was stimmt

„Desinfizieren hält die Wunde sauber.“
Es reizt eher und stört die Heilung. Desinfektionsmittel nur, wenn Hebamme oder Ärztin es ausdrücklich empfehlen.

„Zusätze im Sitzbad lassen die Wunde schneller heilen.“
Viele Zusätze reizen empfindliche Haut. Wer baden möchte, spricht es vorher ab.

„Die Fäden müssen gezogen werden.“
Meist nicht. Sie lösen sich in der Regel von selbst auf.

„Beim Stuhlgang reißt die Naht.“
Das ist sehr selten, besonders wenn man nicht presst.

Einordnung

Die Wunde heilt von selbst. Man muss ihr nur nichts in den Weg legen – kein Papier, das reibt, keine Seife, die brennt, keinen Druck, der zieht.

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