Kurz gesagt
Pressen ist kein neutraler Vorgang. Es erhöht den Druck dort, wo eigentlich Entspannung nötig wäre. Kurzfristig funktioniert es, langfristig bringt es den Ablauf durcheinander.
Warum wir das für normal halten
Viele von uns haben gelernt, dass Stuhlgang etwas ist, das man erledigt. Wenn es nicht sofort klappt, wird nachgeholfen. Zeitdruck, Geräusche, fremde Toiletten – all das führt dazu, dass Pressen als normal gilt. Es wird nicht hinterfragt, weil es funktioniert. Zumindest scheinbar.
Die ehrliche Erklärung
Der Darm ist auf Zusammenarbeit ausgelegt, nicht auf Zwang.
Beim Pressen steigt der Druck im Bauchraum, während sich die Beckenbodenmuskulatur oft nicht ausreichend entspannt. Das kann die natürliche Entleerung stören, statt sie zu unterstützen.
Hinzu kommt die Sitzhaltung. Auf herkömmlichen Toiletten sitzen wir häufig zu aufrecht, was den letzten Darmabschnitt ungünstig abwinkelt. Eine leicht angehobene Fußposition, etwa mit einem Toilettenhocker, verändert diesen Winkel. Das reduziert oft den Impuls zu pressen, weil der Körper leichter „loslassen“ kann.
Stimmt das?
„Ohne Pressen geht es bei mir nicht.“
Häufig ein Zeichen für einen ungünstigen Ablauf, nicht für einen defekten Darm.
„Ein bisschen Druck ist doch normal.“
Ein sanfter Impuls ja. Aktives Pressen eher nicht.
„Das schadet nur, wenn man es übertreibt.“
Auch regelmäßiges leichtes Pressen kann sich summieren.
„Das ist alles Gewohnheitssache.“
Teilweise. Aber Haltung und Mechanik spielen real mit.
Unsere Haltung
Pressen ist kein Charakterfehler und kein Tabu.
Es ist ein Signal, dass etwas im Ablauf nicht zusammenpasst – oft lösbar, ohne etwas zu erzwingen.
Sanfter nächster Schritt
Weniger Druck, mehr Unterstützung. Mehr Zeit, andere Haltung, ruhigere Abläufe. Manchmal reicht es, den Körper besser arbeiten zu lassen – statt ihn anzuschieben.