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Wasser statt Papier

Sauber, aber schmutzig: Umweltauswirkungen von Toilettenpapier

Bidetlity Redaktion· 4. Juni 2024· 3 Min. Lesezeit
Sauber, aber schmutzig: Umweltauswirkungen von Toilettenpapier - Bidetlity
Für Eilige

Toilettenpapier gilt als harmlos, ist aber ein Ressourcenfresser: Holz, Wasser, Chemie und Bleiche für ein Produkt, das nach Sekunden im Abfluss landet. Wir zeigen die Umweltbilanz und die Alternative, die weltweit längst Standard ist.

Für viele Menschen ist Toilettenpapier ein unverzichtbarer Alltagsartikel. Doch dieser Komfort hat seinen Preis. Die Produktion von Toilettenpapier ist nicht nur ressourcenintensiv, sondern auch umweltschädlich. Jährlich werden weltweit Millionen Bäume gefällt, um den Bedarf zu decken.

Sauber, aber schmutzig: Umweltauswirkungen von Toilettenpapier

Wie viel Klopapier verbraucht ein Deutscher?

Jede*r Deutsche verbraucht im Durchschnitt 134 Rollen pro Jahr, nur übertroffen von den USA mit 141 Rollen.

Toilettenpapier - ein kurzlebiges Produkt

Frisches Toilettenpapier aus Holz braucht in der Herstellung viel Wasser. Für ein Produkt, das ein paar Sekunden hält.

Das Herauslösen der Zellulosefasern aus dem Holz ist einer der energie- und wasserintensivsten Schritte der Papierherstellung.

Dabei werden die Holzfasern in chemischen oder mechanischen Prozessen aufgelöst und anschließend gebleicht – ebenfalls ein wasserintensiver Schritt. Diese massiven Wassermengen stellen eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar, besonders in Regionen, die ohnehin unter Wasserknappheit leiden. Außerdem wird Papier häufig als Naturprodukt und ökologische Alternative dargestellt. In der Herstellung werden jedoch große Mengen an Chemikalien eingesetzt.

Baum für Baum, Blatt für Blatt

Für die Produktion von Toilettenpapier werden weltweit täglich Bäume gefällt. Diese massiven Eingriffe in die Natur haben tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Umwelt. Wälder sind nicht nur Heimat unzähliger Pflanzen- und Tierarten, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle im Kohlenstoffkreislauf. Wenn Bäume gefällt werden, wird das in ihnen gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt, was den Klimawandel beschleunigt. Doch damit nicht genug: Die Rodung der Wälder führt zu Bodenerosion und verschlechtert die Wasserqualität.

Ein weiteres Problem ist der teilweise illegale Holzeinschlag zur Herstellung von Papierprodukten, welcher zusammen mit der industriellen Verarbeitung von Holz zu einem dramatischen Rückgang der Urwaldbestände geführt hat. Experten berichten, dass Indonesien zwischen 2000 und 2010 durch die Zellstoffindustrie doppelt so viel Waldfläche verlor wie durch den Anbau von Palmölplantagen.

Vom indonesischen Urwald bis in unsere Badezimmer

Ein oft übersehener Aspekt der Umweltbelastung durch Toilettenpapier ist der Transportaufwand. Der Weg vom Rohstoff bis zum Endprodukt umfasst zahlreiche Transportetappen, die erhebliche Mengen an Energie und Ressourcen verbrauchen. Diese Emissionen entstehen hauptsächlich durch den Einsatz fossiler Brennstoffe für den Transport über weite Entfernungen.

Die Abfallproblematik von Toilettenpapier

Toilettenpapier trägt erheblich zur globalen Abfallmenge bei. Weltweit werden jährlich Milliarden Rollen Toilettenpapier verbraucht, die nach einmaliger Nutzung sofort zu Abfall werden. Außerdem trägt die Plastikverpackung, die oft verwendet wird, um Toilettenpapier vor Feuchtigkeit zu schützen, zur weltweiten Plastikverschmutzung bei.

Schluss mit Verschwendung: Nachhaltige Alternativen für dein Badezimmer

Wir sehen es ganz klar wie der NABU: „Wertvolles Holz sollte verantwortungsvoll gegenüber Natur und Mensch primär für langlebige Güter genutzt werden, statt für kurzlebige Produkte wie Hygienepapiere und Verpackungen.” Die Umweltauswirkungen von Toilettenpapier sind erheblich und vielfältig. Die Produktion erfordert immense Mengen an Wasser und Energie und jährlich werden Millionen Bäume gefällt, um den globalen Bedarf zu decken. Diese Praktiken tragen zur Abholzung von Wäldern, zur Freisetzung von CO2 und zur Verschärfung des Klimawandels bei.

Angesichts dieser Herausforderungen ist es dringend notwendig, über nachhaltigere Alternativen nachzudenken. Ein Produkt, das nach Sekunden im Abfluss verschwindet, muss keinen Urwald kosten.

1. Recyceltes Toilettenpapier

Recyceltes Toilettenpapier ist bereits ein guter Anfang, denn nach Angaben des Umweltbundesamts ist die Herstellung von Recyclingpapier wesentlich ressourcenschonender im Vergleich zu herkömmlichem, weißem Toilettenpapier. Der Energieverbrauch ist nur etwa halb so hoch, und der Wasserbedarf liegt zwischen einem Siebtel und einem Drittel der Menge, die für die Produktion von konventionellem Toilettenpapier benötigt wird.

2. Po-Dusche als umweltfreundliche Alternative

In Sachen Langlebigkeit und Verbrauch von Toilettenpapier punktet vor allem unsere Po-Dusche. Im Gegensatz zu Toilettenpapier wird sie nicht für den Mülleimer produziert, und der Papierverbrauch sinkt deutlich, weil Papier nur noch zum Abtupfen gebraucht wird – oder gar nicht.

Die Intimdusche bietet mehrere Vorteile:

  • Deutlich geringerer Ressourcenverbrauch
  • Weniger Abfall
  • Ohne Reiben – was viele gerade bei Hämorrhoiden oder häufigem Stuhlgang angenehmer finden

Statt Bäume zu fällen, setzen wir uns für die Regenerierung von Wäldern ein und pflanzen zusammen mit dem Projekt Eden Reforestation Bäume.

Indem wir unsere Hygieneroutinen überdenken und auf nachhaltigere Alternativen umsteigen, können wir einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Kein Pathos: Wasser statt Papier ist einfach die naheliegendere Lösung – für deinen Hintern und für den Wald.

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