Kurz gesagt
Nein. Auch „ökologische“ Varianten bleiben Einwegprodukte mit hohem Aufwand für sehr kurze Nutzung.
Warum wir das für normal halten
Feuchttücher wirken klein und harmlos. Ein Tuch, ein Wisch, weg.
Was davor passiert – Herstellung, Verpackung, Transport – und was danach folgt – Müll oder Abwasser – blendet man leicht aus. Nachhaltigkeit fühlt sich hier abstrakt an, weil das Produkt so alltäglich ist.
Die ehrliche Erklärung
Feuchttücher bestehen aus Fasern, Wasser und Zusatzstoffen, damit sie haltbar bleiben. Dafür braucht es Rohstoffe, Energie, Chemie, Maschinen, Verpackung und Logistik.
Nach der Nutzung sind sie Abfall. Selbst „biologisch abbaubare“ oder „spülbare“ Tücher zersetzen sich langsam und belasten Müll- oder Abwassersysteme.
Nachhaltig wäre eine Lösung, die ohne Einwegprodukt auskommt. Feuchttücher tun das nicht.
Stimmt das?
„Es gibt nachhaltige Feuchttücher“
Es gibt weniger problematische. Nachhaltig im eigentlichen Sinn sind sie nicht.
„Ein Tuch macht keinen Unterschied“
Doch. Gerade weil sie täglich und millionenfach genutzt werden.
„Papier ist doch genauso schlecht“
Papier ist ebenfalls Einweg. Feuchttücher kommen zusätzlich mit Chemie und Verpackung.
„Ohne Feuchttücher ist es unhygienisch“
Nein. Wasser reinigt ohne Produkt und ohne Abfall.
Unsere Haltung
Feuchttücher lösen ein Gefühl von Sauberkeit, kein Nachhaltigkeitsproblem. Wer weniger verbraucht, ist meist näher an der Lösung als jedes neue Label.
Sanfter nächster Schritt
Einmal prüfen, wofür Feuchttücher genutzt werden. Wenn Wasser denselben Zweck erfüllt, ist Weglassen der einfachste Schritt.